Vorträge/Miniworkshops
Unter dem Motto "Erkenne und lebe Dein wahres Selbst" - Der Weg zur wahren Lebensweisheit, Humanität, Spiritualität und Selbstheilung veranstaltet die Clemensana-Akademie an verschiedenen Orten in NRW und darüber hinaus kombinierte Vorträge/ Miniworkshops. Aktuell ist ein Termin am Standort Remscheid geplant. Am Sonntag, 26.11.2017 um 15.30 Uhr geht es um das Thema "Der wahre Verstand schränkt sein Herz nicht ein - der Ergo-(Un-)Verstand, der sich in jedem Moment irrt, hat ein eingeschränktes Herz." Mehr Infos über die aktuell geplanten Veranstaltungen unter Vorträge-Miniworkshops

Die Ego-Matrix

Das Ego-Drama – 1. Akt

Das Kreuz mit der Verherrlichung

(verwandte Rollen: Anhimmeln bzw. Angehimmelt-werden, grch. Apotheose = Vergöttern, Erhebung zum Gott oder Halbgott bzw. Vergöttert-werden-wollen, Verehren bzw. Verehrt-werden-wollen; im Gegensatz zu für-wirklich-gute- Dinge- Ehren oder Geehrt-werden)

 Ja, das ist schon ein Kreuz mit der Verherrlichung. Wer sich mit dem, was zum Ego und somit zur Ego-Matrix gehört, noch nicht umfassend beschäftigt hat, mag sich fragen, was an Verherrlichen oder Verherrlicht-werden so problematisch ist. Dieses jedoch nicht tiefgreifend wahrzunehmen, führt zu gravierenden Dramen in unserem Leben und in der Welt.

Am besten betrachtest du einmal eine Person, die du verherrlichst oder betrachtest, wie du diese früher verherrlicht hast. Und während du das betrachtest, schaust du, wo du dabei stehst bzw. diese Person steht. Wahrscheinlich wirst du wahrnehmen, dass diese Person entweder auf einer Art Sockel über dir steht oder du sie auf einem Tablett hochhebst, während du unterhalb stehst und hinaufschaust – also bestimmt nicht auf Augenhöhe.

Umgekehrt kannst du dich auch in eine Person versetzen, die begehrt, verherrlicht zu werden und schauen, wo du stehst bzw. die andere oder die anderen stehen.

Verherrlichen geschieht nicht nur gegenüber Personen sondern auch Gruppen oder Dingen. Dieses können sein: Lebenspartner, Liebhaber, Geliebte, Götter, Gott und/oder Gottessohn, Vater und/oder Mutter, Oma, Opa, Satan, Chef, Vereinsvorsitzender, Sänger, Schauspieler, Komiker oder Commedian, Fußballverein, eine politische Partei oder Richtung, eine Automarke, das eigene Haus, das Haus eines anderen, Rauchen, Alkoholtrinken etc.

Was beim Verherrlichen geschieht ist, dass du dich unbewusst abhängig machst. Deiner Manipulation sind Tür und Tor geöffnet. Auch gibst du die Verantwortung für dein Denken und Handeln ab, obwohl du vielleicht sogar als verherrlichender Fan oder Anhänger an schlechten Handlungen beteiligt bist, mit denen du dich selbst und/oder andere schädigst.

Irgendwann wirst du Enttäuschung ins Spiel bringen. Du ziehst dich enttäuscht zurück und kannst dich beklagen, missbraucht oder nicht beachtet worden zu sein. Eine Folge in diesem Drama ist das Fallenlassen des zuvor Verherrlichten. Jetzt beginnt die Phase der Verteufelung. Verherrlichung und Verteufelung sind zwei Seiten derselben Medaille.

Umgekehrt wird auch der Verherrlichte von dem oder den Verherrlichenden manipuliert, da er in seinem Tun verbal und energetisch unterstützt wird. Auch er ist enttäuscht, wenn er fallengelassen wird.

Wer wahrnimmt oder wahrzunehmen glaubt, mit diesem Thema nichts oder nichts mehr zu tun zu haben, ist entweder ein Heiliger oder er erlebt seine Scheinheiligkeit – Selbstverherrlichung oder Egomanie.

„Hochmut kommt vor dem Fall“ ist ein sehr treffendes Sprichwort für diese Dramen, an denen u. U. viele mitwirken.

Verherrlichen verhindert eine wahre Begegnung mit sich selbst und anderen und verzerrt die Wahrnehmung von dem, was tatsächlich geschieht. Beide Seiten gehen verletzt aus dem Spiel hervor, wobei auf gewisser Ebene jeder bei dem Spiel sich selbst verletzt hat.

Klassische Beispiele für Paraderollen in diesem Zusammenhang:

Massenhaft jubeln Anhänger einem politischen Führer zu, der mit stolzer Brust die Ovationen entgegennimmt, egal was beide Seiten im Schilde führen.

Ein Vater sieht seine Tochter als Prinzessin an und die Tochter gefällt sich in dieser Rolle.

Eine Mutter sieht ihren Sohn als Prinzen an und der Sohn lässt es sich gefallen.

Ein religiöser Führer begehrt Verherrlichung und Unterwerfung unter Dogmen oder Verherrlichung eines bestimmten Gottes- oder Gottessohnbildes. Die Anbetenden sind „arme Sünder“, die auf Erlösung als Gnadenakt von oben warten. Übrigens ist dieses Ego-Drama eine wunderbare Rechtfertigung des „armen Sünders“, seine Verfehlungen gegen sein Höheres Selbst weiterhin zu rechtfertigen. Damit werden wir sicherlich keine friedvolle Welt erschaffen.

Doch all diese Vergehen werden uns krank machen, da wir mit diesen Selbstlügen ein schlechtes Gewissen behalten werden, auch wenn wir dieses wirkungsvoll verdrängt haben. Gesund könnten wir werden, wenn wir die Verantwortung für unser Handeln übernehmen, aufrichtig bereuen und zur Unschuld zurückkehren. Sich und anderen tiefgreifend zu vergeben, wäre ein Akt der Selbsterneuerung. Da das Ego in seinem Weltbild weiterleben will, wie gehabt, überlassen wir die Vergebung einer äußeren Instanz, oder halten sie für unmöglich oder nur begrenzt möglich, damit sie nie geschieht. Ein perfekter Teufelskreis, der sich über  mehrere Inkarnationen fortsetzen kann.